Simulationstrainings

Was ist Medizinisches Simulationstraining?

Medizinische Simulation bedeutet im weiteren Sinn, dass man durch Nachbildung von Patienten und dem medizinischen Arbeitsumfeld Lern- und Trainingsmöglichkeiten schafft. Hierzu zählen auch z.B. Aktivitäten im Bereich „Basic Skills“ und „Advanced Skills“. Im engeren Sinn verstehen wir darunter, dass neben technischen bzw. medizinischen Fertigkeiten hinaus möglichst alle Faktoren berücksichtigt werden, die für eine erfolgreiche Patientenbehandlung bzw. Patientensicherheit entscheidend sind. In vielen systematischen Untersuchungen zu Ursachen vermeidbarer medizinischer Zwischenfälle wurde gezeigt, dass in etwa 70 - 80% der Fälle nicht etwa medizinische Kenntnisse entscheidend waren, sondern so genannte „Human Factors“. Darunter versteht man z.B. die Fähigkeit ein Team zu führen, effizient zu kommunizieren, Notfallsituationen richtig einzuschätzen, mit Zeitdruck umzugehen und vieles mehr. Diese „Human Factors“ können am besten durch Simulationstrainings geschult werden, in welchen die Teilnehmer als Individuen und Teams kritische Situationen erfahren und bewältigen können, die im Alltag nur selten auftreten. Wichtige Elemente solcher, auch als „Crisis Ressource Management“-Trainings bezeichneten Aktivitäten, sind:

 

  • Teilnehmer*innen wissen vorab nicht, welcher kritischen Situation sie exponiert werden,
  • Rahmenbedingungen und Rollenverteilung entspricht der Arbeitsrealität der Teilnehmer*innen,
  • die simulierten Patienten reagieren wie entsprechende reelle Patienten,
  • die Entscheidungen und Maßnahmen der Teilnehmer*innen beeinflussen wie in der Realität den Behandlungserfolg bzw. die Patientensicherheit,
  • die Auswirkung einzelner Entscheidungen und Maßnahmen auf die Behandlungsqualität bzw. Patientensicherheit wird im Anschluss an das Szenario, meist durch Nutzung von Video-Aufnahmen, im Team diskutiert,
  • gemeinsam werden Erkenntnisse daraus und Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert,
  • das Training ist keine Leistungsbewertung, sondern zielt auf individuelle Selbsteinschätzung und Verbesserung der medizinischen Fertigkeiten und „Human Factors“ in einem geschützten Umfeld ab,
  • darüber hinaus können Teamzusammensetzung, Organisationsformen, Abläufe  und Arbeitsumfelder daraufhin analysiert werden, ob sie der Patientensicherheit eher zuträglich oder eher Fehler-anfällig sind,
  • so genannte in situ-Trainings, die außerhalb des Simulationszentrums, direkt im Arbeitsumfeld der Teilnehmer*innen (Intensivstation, Schockraum, Notfallambulanz etc.) stattfindet können letzteres besonders unterstützen.

Simulation, ein universelles Instrument für Patienten- und Mitarbeitersicherheit

Da Patienten- aber auch Mitarbeitersicherheit für alle Bereiche der Medizin eine hohe Bedeutung hat, sind die Anwendungsmöglichkeiten der Methode nahezu unbegrenzt. Zu den klinischen Bereichen, die wir mit Simulationstrainings schulen, gehören unter anderen:

Anästhesie und Intensivmedizin

Assistenz- und Oberärzt*innen trainieren gemeinsam mit Pflegenden in-situ Zwischenfälle. Da die interprofessionellen Teams in Zusammensetzung und Aufgabenverteilung so agieren wie in Realität, werden nicht nur individuelle und Teamfertigkeiten trainiert, sondern auch Erkenntnisse gewonnen, wie Prozesse und Standards optimiert werden können.

UK Kinder- und Jugendheilkunde

Für Neonatologie, pädiatrische Notfall-ambulanz, Kinderintensivstation, Kinderchirurgie, -radiologie, -anästhesie sowie Gynäkologie/Geburtshilfe  wurde ein umfassendes Notfallschulungs-programm für das Kinderzentrum des Salzburger Universitätsklinikums aufge-setzt. Die Simulationstrainings werden vor Ort (in-situ) in den unterschiedlichen klinischen Abteilungen durchgeführt.

Multidisziplinäre     Bereiche

In diesen Trainings werden vor allem die Herausforderungen adressiert, die sich aus klinischen Schnittstellen z.B. zwischen verschiedenen Disziplinen oder Versorgungsbereichen ergeben. Ein Beispiel hierfür ist das Schockraumtraining an der Chirurgie West mit Beteiligung der Abteilungen Änästhesie, Intensivmedizin, Unfall- chirurgie, Radiologie, Notfallmedizin etc..


Simulationstrainings für Covid-Intensivmitarbeiter

Lernen Sie unser neues live-Online-Format für Mitarbeiter*innen von Covid-Intensivstationen kennen.

Simulation ein wichtiger Teil der Ausbildung in Pflege und Medizin

Simulation sollte heute als Methode zum Erlernen und Verbessern klinischer Fertigkeiten und zur Optimierung der Patientensicherheit selbstverständlich sein. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität und das Universitätsklinikum Salzburg haben Simulation daher seit langem als wichtigen Bestandteil verschiedenster Curricula etabliert.

Ärzte in Ausbildung

Masterstudium Advanced Nursing Practice

ULG Sonderausbildung Intensivmedizin

Humanmedizin Studierende


Innovative Simulationsformate für spezifische Krankheiten

Das Salzburger Simulationszentrum zeichnet sich besonders durch die umfangreiche Erfahrung mit innovativen Simulationsformaten aus, die ganz spezifisch auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind. Die Entwicklung und Durchführung dieser Trainings erfolgt in Zusammenarbeit mit international renommierten klinischen Experten. Verschiedene Trainingsmethoden aus den Bereichen High Fidelity Simulation, Skillstraining, Kommunikationstraining und Medientechnik werden ebenso eingesetzt wie exzellente Fachvorträge. Unsere verschiedenen Trainingsformate für Betreuer von Patienten mit Mukopolysaccharidosen (Gruppe seltener genetischer Krankheiten) wurden von Teilnehmern aus mehr als zwanzig Ländern genutzt und in deutscher, englischer und russischer (Simultanübersetzung) Sprache durchgeführt.